Was ist Holz?
Eine Reise in den Mikrokosmos des Holzes offenbart die enorme strukturelle Vielfalt, die sich im Laufe der Evolution der Bäume entwickelt hat, und die es dem Holzanatomen ermöglicht, Holzarten mikroskopisch zu bestimmen.

Die Nadelhölzer besitzen ein einfaches, axial ausgerichtetes Grundgewebe aus Tracheiden, welches sowohl Festigungs- als auch Leitungsfunktion übernimmt. Darin eingebettet sind die Holzstrahlen, welche den radialen Transport (Holzstrahltracheiden) und Speicherungsfunktion (Holzstrahlparenchym) übernehmen.

Neuere Untersuchungen konnten zeigen, dass die Holzstrahlen außerdem zur Querzugfestigkeit des Holzes beitragen. Der Wassertransport zwischen den Zellen erfolgt über sogenannte Tüpfel, die ähnlich wie Ventile wirken.

Laubhölzer besitzen neben der Tracheiden vorwiegend Fasergewebe zur Festigung und Gefäße zur Leitung. Je nach Anordnung der Gefäße (Poren) unterscheidet man zerstreutporige Hölzer (z.B. Buche, Birke, Ahorn) und ringporige Hölzer (z.B. Eiche, Ulme, Esche). Die Poren der Eiche erreichen einen Durchmesser von bis zu 0,4 mm, sind also schon mit dem bloßen Auge erkennbar. Ihre Länge kann mehrere Meter betragen.

Die einzelnen Gefäßglieder sind durch einfache oder leiterförmige Durchbrechungen verbunden. Daneben findet sich im Laubholz meist noch Axialparenchym. Die Holzstrahlen erreichen bei einigen Arten enorme Breiten und Höhen, so dass sie deutlich die makroskopische Struktur bestimmen ((z.B. bei Eiche, Buche).

Tropische Laubhölzer zeichnen sich oft durch ihre typische Anordnung der Gefäße und des Parenchyms aus. Einige enthalten neben großen Mengen Kernstoffen auch Kristalle.